Mediation

Familien- und Wirtschaftsmediation

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Mediation2020-08-20T11:05:47+01:00

Vertragen statt verklagen

Bei einer Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Parteien sind die Fronten schnell verhärtet. Statt einer außergerichtlichen Lösungsfindung kommt es häufig zu einem handfesten Streit, den die Konfliktparteien selbst nicht mehr lösen können. Bevor im schlimmsten Fall ein Richter entscheiden muss, hilft ein Mediator / Mediatoren-Team bzw. eine Mediation.

An dieser Stelle setze ich mit dem vertraulichen und strukturierten Verfahren der Mediation an. Ziel der Mediation ist die konstruktive Beilegung eines Konflikts zwischen zwei Parteien mit Hilfe eines neutralen Dritten, dem sogenannten Mediator, der zwischen den Konfliktparteien vermittelt.

Mediation als Chance verstehen und nutzen

Als Mediator verstehe ich mich als Kontrollinstanz, die über die Einhaltung der strukturellen Vorgehensweise bei der Mediation wacht, und für ein respektvolles und konstruktives Miteinander sorgt. Es gehört nicht zu meinen Aufgaben, inhaltliche Entscheidungen zu treffen oder für die Interessen einer Konfliktpartei einzutreten. Ich verpflichte mich als Mediator zu einer neutralen Haltung, ergreife also keine Partei, sondern lenke lediglich die Geschicke der Konfliktlösung.

Grundlegendes Charakteristikum der Mediation ist das Konzept der Freiwilligkeit. Das heißt: Beide Konfliktparteien müssen dem Verfahren der Mediation aus freien Stücken zustimmen und gewillt sein, gemeinsam mit den Mediatoren eine Lösung zu finden.

Die Mediation als Konfliktlösungsverfahren findet übrigens in den unterschiedlichsten Bereichen wie der Wirtschaft und Politik, aber auch bei Streit zwischen Nachbarn und Scheidungen Anwendung. Bei einem Mediator (Mediatoren-Team) handelt es sich immer um einen methodisch und fachlich geschulten Verfahrensbegleiter, dessen Aufgabe darin besteht, die Konfliktparteien bei der friedlichen Lösungsfindung und Einigung zu unterstützen.

Erklärtes Ziel jeder Mediation ist eine Win-win-Situation für beide Konfliktparteien, also eine Lösung, bei der zwar Kompromisse eingegangen werden müssen, die aber die Interessen beider Parteien zufriedenstellt und ihnen in der Zukunft eine wertschätzende Kommunikation ermöglicht. Üblicherweise dauert eine Sitzung ca. 60 bis 90 Minuten. In größeren Settings oder Business-Mediationen wird empfohlen, ein Team von mind. zwei Mediatoren einzusetzen, dies ist aber auch bei zum Beispiel bei Familienmediationen üblich. Wie viele Sitzungen bis zu einer Einigung nötig sind, hängt von dem Konflikt als solchem und den Konfliktparteien ab, im Vorgespräch kann der Mediator den Zeitaufwand für das Verfahren abschätzen.

Mediator, Verfahrensbeistand Marco Breitenstein
  1. Mediation ist eine außergerichtliche Einigung und meist günstiger als der Weg über eine gerichtliche Entscheidung
  2. Mediation spart Zeit, Termine sind oft kurzfristig möglich und es gibt keine Fristen
  3. Lösungen werden eigenverantwortlich erarbeitet, die Wertigkeit der Lösung für alle Parteien ist entsprechend höher
  4. Auf Grundlage der gemeinsamen Lösungsfindung und -umsetzung gibt es keine Gewinner und Verlierer
  5. Mediation basiert auf einem konstruktiven und wertschätzenden Umgang miteinander
  • Familienangelegenheiten
  • Sorge- und Umgangsrecht
  • Scheidungsvereinbarungen
  • Privater Streit („Nachbarschaftsstreit“)
  • Schule & Kita
  • Mitarbeiter, Teams und Geschäftsleitung
  • Betriebsrat
  • Insolvenz- und Sanierungsverfahren
  • Projektmanagement

Das Ergebnis einer Mediation ist eine einvernehmliche Lösung und kein gerichtlich gefälltes Urteil. Die Konfliktparteien erarbeiten, gemeinsam mit den Mediatoren, selbst Lösungsweg sowie Lösung und halten dies in einer Vereinbarung fest, mit diesem Weg verliert keiner sein Gesicht. 

Im Vorgespräch kann ich Ihnen in etwa den Zeitaufwand und somit auch die Kosten nennen. Im Gegensatz zu Anwaltskosten berechnen sich die Kosten für eine Mediation (außergerichtliche Einigung) nicht nach einem Streitwert, sondern nach den tatsächlich angefallenen Sitzungen. Im Privatbereich vereinbaren die Parteien oft eine Aufteilung der Kosten, im Businessbereich trägt die Kosten die beauftragende Firma.

Das Verfahren der Mediation setzt sich in immer mehr Bereichen als lösungsorientiertes Schlichtungsverfahren durch. Fragen zu Ablauf, Möglichkeiten und Kosten beantworte ich gerne per Mail, Telefon oder in meinen FAQ.

Familienkonflikte haben eine große Bandbreite und sind, neben finanziellen Aspekten bei zum Beispiel Scheidungen, oftmals mit großen psychischen Belastungen verbunden. In dieser Situation müssen die Beteiligten nicht nur der Trennungsschmerz und die Sorge um Familienmitglieder verarbeitet, sondern auch wichtige Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden. Viele Paare wünschen sich statt dem Urteil durch Gericht oder Richter:

  • eine faire Trennung ohne „Rosenkrieg“
  • einvernehmliche finanzielle (Unterhalts-)Regelungen
  • individuelle Vereinbarungen zum Sorge- und Umgangsrecht
  • Klärung der Wohnsituation
  • eine sachliche und wertschätzende Kommunikation

Die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse werden in einem Mediationsvertrag festgehalten. Dieser hat verbindlichen Charakter und kann auch ein einem einverständlichen Scheidungsverfahren protokolliert werden.

Mediation im Familienkontext ist auch bei innerfamiliären Konflikten möglich, zum Beispiel Generationsstreitigkeiten, Konflikt zwischen Geschwistern, Eltern-Kind-Beziehungen, Zerwürfnissen, Erbstreitigkeiten etc., es empfiehlt sich mit zwei Mediatoren zu arbeiten.

Nach dem Tod des Erblassers kommt es oft zu Streitigkeiten, auch wenn ein Testament oder Erbvertrag vorhanden ist. Das Gericht wird angerufen, die Streitigkeiten in Erbfragen bedrohen zusätzlich den Familienfrieden. Hier ist ein freiwilliges und lösungsorientiertes Verfahren, wie das Mediationsverfahren, empfehlenswert. 

Die Erbmediation bietet allen Beteiligten die Möglichkeiten, eine individuelle Lösung nach ihren Bedürfnissen und Interessen zu erarbeiten, der Gesetzgeber hat hier entsprechenden Handlungsspielraum gelassen, so sind auch steuerlich günstige Lösungen zur Konfliktbeilegung möglich.

Vorausschauend kann auch bereits zu Lebzeiten mithilfe einer Mediation eine für alle Beteiligten einvernehmliche Lösung erarbeitet und schriftlich fixiert werden, somit sind spätere Gerichtsverfahren nahezu ausgeschlossen und der Familienfrieden gewahrt. 

Im Idealfall gehen Geschäftsführung, Führungskräfte und Mitarbeiter die Herausforderungen in Schule, Kita oder Unternehmen aktiv an, arbeiten effektiv zusammen und gestalten die Prozesse optimal. Doch die Arbeitswelt funktioniert anders: Zeit- und Budgetdruck, steigende Projektzahlen, maximale Flexibilität, hohe Qualitätsansprüche, Kultur- und Bildungsvielfalt, unterschiedliche Arbeitsweisen sowie Diversity- und Genderthemen führen häufig zu Konflikten. Die Beteiligten können mit ihrem eigenen Know-how und ihren Erfahrungen und Möglichkeiten keine Konfliktbeilegung mehr herbeiführen.

Ausserbetrieblich führen ungeklärte Konflikte zu unbefriedigenden Arbeitsbedingungen oder sogar zum Ende der Zusammenarbeit. Innerbetrieblich sind Konflikte meist beziehungsbetont, Sachprobleme werden begleitet von persönlichen Emotionen und Befindlichkeiten. Oftmals handelt es sich um schon seit langem schwelende Konflikte, die eine Kommunikation zwischen den Parteien erschweren. Im günstigsten Fall führt dies zu offener Auflehnung, im schlechtesten Fall zur inneren oder faktischen Kündigung.

Mediationsverfahren sind hier, oft in Kombination mit Supervision und / oder Coaching, ein lösungsorientierter Weg zu einer schnellen und nachhaltigen Entspannung der Situation.

Konflikte und Gewalt an Schulen und Kitas nehmen aufgrund verschiedenster Ursachen immer weiter zu. Ein achtsamer Umgang miteinander ist nicht immer leicht zu lernen, zu lehren und umzusetzen. Mediationen an Bildungseinrichtungen sind ein lösungsorientierter Weg um Konflikte schnell und nachhaltig aufzulösen. In folgenden Bereichen hat sich Mediation in Schule und Kita bereits bewährt:

  • akute Konfliktregulierung zwischen Kindern / Schülern
  • Konfliktregulierung zwischen Kindern und Erziehern / Lehrern
  • Eltern-Kind-Konflikte
  • Gewaltprävention
  • allgemeine Verbesserung der Streitkultur
  • Stärkung von sozialen Kompetenzen
  • Erlernen von Handlungsalternativen
  • gewaltfreie Konfliktbewältigung

Neben der klassischen Mediation im Akutfall biete ich auch Seminare, Workshops und Schulungen zu gewaltfreier Kommunikation, Achtsamkeit im Schul- / Kita-Alltag und Mobbing-Prävention an. 

Ablauf einer Mediation

Lassen Sie uns ins Gespräch kommen

In einem ersten Gespräch erhalten Sie unverbindlich und kostenfrei eine erste neutrale Einschätzung zum Konflikt. In einem zweiten Telefonat nehme ich Kontakt mit dem Konfliktpartner auf, stelle mich und meine Arbeit vor und versichere meine Allparteilichkeit („Neutralität“). Wird mir die Bereitschaft zu einer Mediation signalisiert vereinbaren wir ein ausführliches, gemeinsames Vorgespräch mit allen Parteien. Die Kosten werden in der Regel auf die Konfliktparteien aufgeteilt, es sind aber auch individuelle Vereinbarungen möglich.

Der gute Einstieg in die Mediation

Sitzen alle Parteien an einem Tisch ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Mediation schon getan, sie alle möchten lange und teure Gerichtsprozesse vermeiden und streben eine einvernehmliche, schnelle Lösung an. 

Gemeinsam klären wir nun die nächsten Schritte: Wie funktioniert eine Mediation? Wieviele Sitzungen oder Stunden werden nötig sein? Was kostet das alles? Sie erhalten auf diese und alle weiteren Fragen eine klare Antwort, das Vorgespräch sorgt für einen guten Einstieg in die Mediation und bringt alle Parteien auf den gleichen Wissensstand. 

Ein Prozess mit festen Regeln

Der Rahmen einer Mediation wird vom Mediator vorgegeben, dies ist die feste Basis einer professionellen Konfliktklärung. Es gibt hier im Wesentlichen drei Regeln:

  1. Jeder Beteiligte ist für den Erfolg mitverantwortlich
  2. Jeder spricht für sich selbst
  3. Jeder erhält ausreichend Zeit

In jedem Moment wird Vertraulichkeit garantiert, denn nur auf einer vertrauensvollen Basis ist eine einvernehmliche Lösung möglich. Zu beginn wird es eine sehr strukturierte und moderierte Gesprächsführung geben, im Laufe des Prozesses lernen Sie verschiedene Techniken kennen und der Prozess wird offener.

Klare Sicht behalten und den Konflikt beleuchten

Ein wichtiger Schritt in einer erfolgreichen Mediation ist die Interessensklärung. Alle Parteien stellen ihre Positionen vor und schildern ihre Bedürfnisse, Wünsche und Empfindungen rund um den Konflikt.

Gemeinsam werfen wir einen Blick auf die Bedürfnisse der Gegenpartei, denn die Wahrnehmung ist hier oft belastet und verzerrt. Zu jeder Zeit haben Sie meine volle Unterstützung, der Konflikt wird für alle Seiten vollumfänglich transparent. Wir geben nun den einzelnen Konfliktbausteinen eine Gewichtung und legen die Reihenfolge fest, in welcher wir die Themen abarbeiten.

Den Konflikt stoppen und auf die Lösung zusteuern

Ein Perspektivenwechsel ist das Geheimnis, einen Konflikt wirklich umfassend zu verstehen, der Standpunkt bestimmt die Sichtweise. Gemeinsam beleuchten wir die Gründe der Gegenseite, versuchen das Verhalten nachzuvollziehen und zu verstehen. Wir gehen den Konflikten nicht aus dem Weg, sondern suchen Lösungsmöglichkeiten, bei diesem Prozess begleite ich Sie und moderiere diese schwierige Phase. Im Anschluss folgt die nächste Stufe: das Entwickeln von Lösungen.

Gemeinsam ein neues Fundament schaffen

Ihre kreativen Ideen bringen wir an die Oberfläche und lassen daraus Fundamente für die Zukunft entstehen. Wie soll künftige Zusammenarbeit aussehen? Die Zukunft beginnt im Kopf. Und das ist bei der Mediation nicht anders. Deswegen werden Sie jetzt kreativ. Als Mediator bringe ich Sie zu einem gemeinsamen Brainstorming. Dabei schaffen die früheren Konfliktparteien einen möglichst großen Pool von Lösungsmöglichkeiten.

Jetzt werden Sie aktiv: Ideen werden gesammelt, konkretisiert, dann geordnet und auf Tauglichkeit geprüft. Ein Prozess, bei dem beide Parteien oft Neuland beschreiten. Die Parteien entwickeln Lösungsoptionen, hinter denen sie selbst voll und ganz stehen können. So entsteht das Fundament für eine gemeinsame Zukunft, so wachsen Spielräume künftiger Zusammenarbeit. Sie sind die Basis für einen Konsens und ein Miteinander, bei dem es nur Gewinner gibt.

Ein sehr spannender Part in der Mediation: Man hat das „Tal der Tränen“ erfolgreich gemeinsam durchschritten. Es wird deutlich, dass es Lösungen gibt, die alle Parteien gemeinsam tragen können. Finden sich noch vereinzelt Steine bis zum Ziel, so werden diese jetzt aus dem Weg geräumt.

Die künftige Marschroute wird besiegelt

In einer schriftlichen Mediationsvereinbarung werden die Ergebnisse festgehalten, ich begleite Sie bei diesem Neubeginn. Gemeinsam legen wir Maßnahmen fest und geben einen klar definierten Rahmen vor. Auf dieser neuen Basis starten Sie gemeinsam einen neuen Weg, parallel stehe ich Ihnen für eine „Feinjustierung“ nach wie vor beratend und moderierend zur Seite. Sollten weitere Konflikte auftauchen oder alte Verhaltensmuster doch noch einmal Grund zu Streitigkeiten geben stehe ich als Mediator weiterhin zur Verfügung. Sie werden sehen, dass die neue Energie in eine andere, lösungsorientierte Richtung zeigt. 

Marco Breitenstein
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